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Mit diesem Text gewann der der Autor den Axel-Springer-Preis 2002.
Es war am Morgen nach den ersten Angriffen auf Afghanistan. Ich glaube, alle Menschen in meinem U-Bahn-Waggon hatten die grünen Flimmerbilder aus dem Fernsehen in ihren Köpfen und ließen nun sie und sich und ihre Ängste und Aktentaschen nach Berlin-Mitte transportieren. Dann stiegen acht Schüler ein.
Sie trugen ein Plakat, auf dem Krieg = Unrecht stand.
Ich war geschockt. Zunächst wegen dieser einfachen Wahrheit, die mir etwas zu einfach erschien. Aber dann war ich geschockt, dass ich geschockt war. Krieg = Unrecht? Das hatte ich vor wenigen Jahren noch selbst gedacht, ohne Fragezeichen, immer. Wer an diese einfachen Wahrheiten nicht glauben mochte, war in meinen Augen schon vom Leben korrumpiert. Wer von Abwägung sprach, verriet Gleichgültigkeit. An diesem Morgen aber beleidigte mich das Plakat.
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